Panamericana - der Weg war unser Ziel

    14.04.2013, wir sind nach 720 Tagen und 105.621 km wieder glücklich und gesund zu Hause angekommen!

Heidi Gleitz und Bernd Kleine freuen sich auf ihre zweite Weltumfahrung

Natalie Hünger / 17.01.11 / Thüringer Allgemeine

In drei Monaten starten Heidi Gleitz und Bernd Kleine mit ihren KTMs das neue Abenteuer. Foto: Eckhard Jüngel

Nach sechs Jahren daheim zieht es Heidi Gleitz und Bernd Kleine wieder in die Welt hinaus. Die Kallmeröder planen ihre zweite Welttour. Ostermontag wollen die Abenteurer starten. Auf Motorrädern geht es durch Europa und Asien bis Japan. Dann wechseln sie den Kontinent und bereisen Amerika von Feuerland bis New York. Kallmerode. Für mindestens zwei Jahre werden die Weltenbummler ihren Familien und Freunden Lebewohl sagen. "Dieses Mal ist es viel schwerer, sich zu verabschieden, vor allem von den Eltern", ahnt Bernd Kleine (40) bereits. "Auch wir sind älter geworden und damit weniger sorglos", ergänzt seine Lebensgefährtin Heidi Gleitz (32). Aber die Chance, die Freiheit des Reisens nochmal in vollen Zügen zu genießen, wollen sie unbedingt nutzen. Die erste Tour dauerte 21 Monate und führte über Europa, das südliche Asien und Australien bis Neuseeland.

Jetzt wollen sie wieder gen Osten aufbrechen, aber nördlicher reisen, durch das Baltikum und Russland, entlang der Seidenstraße durch die vielen ehemaligen Sowjetstaaten, um dann die Mongolei zu durchqueren und am östlichen Rand Russlands die Fähre nach Japan zu nehmen. Schon der erste Teil der Reise bringt Probleme mit sich. Georgien zum Beispiel hat nur einen Grenzübergang in Richtung Aserbaidschan. Um ein Visum zu beantragen, muss die Einreise aber taggenau angegeben werden. Schwierig, wenn man nicht weiß, ob die Reise bis dahin wirklich planmäßig verläuft.

Andere ehemalige GUS-Staaten verlangen einen Stempel vom Nachfolge- oder Vorgänger-Reiseland. Die meisten wollen Einladungen sehen. Auch Russland selbst hat seine Einreisebestimmungen drastisch verschärft. Und die Japaner verlangen für die Einreise mit den Motorrädern eine saftige Kaution. Bevor es Ostermontag losgehen kann, sind also noch viele bürokratische Hürden zu nehmen. Und China müssen sie auch dieses Mal komplett umfahren. Denn Erkundungen auf eigene Faust sind dort nicht erlaubt. Die Vorbereitungen laufen seit über einem Jahr.

Start ist Ostermontag in Kallmerode.

Die Tour geht über das Baltikum, Russland, entlang der Seidenstraße, durch die Mongolei bis Japan. Der zweite Teil beginnt in Chile und endet in New York.

Die Motorräder sind noch die alten. In jeder freien Minute steht Bernd Kleine in der Garage in Leinefelde, um die Fahrzeuge fit zu machen für ihre zweite große Herausforderung. Neue Motorräder seien einfach zu teuer, und da könne genauso viel kaputtgehen, hat Heidi Gleitz keine Bedenken, wieder auf ihre gute alte KTM zu steigen. Als Ersatzteile gehen Zweitreifen, Speichen, ein paar Schläuche und anderes Kleinzubehör mit auf die Reise. Wie beim ersten Mal wird das Paar auch diesmal alle Zelte in Deutschland abbrechen: Von ihren Arbeitgebern lassen sie sich unbezahlt freistellen, Renten- und Krankenversicherung werden gekündigt.

Da sie im Haus der Eltern in Kallmerode leben, verursacht die Wohnung keine laufenden Kosten. Krankenversichert sind sie während der Reise über den ADAC. Der Zeitplan sieht vor, im Herbst in Japan anzukommen. Von dort aus geht es mit dem Flugzeug oder dem Schiff nach Chile, zum Ausgangspunkt des zweiten Teils der Tour, in dem Süd, Mittel- und Nordamerika erkundet werden. Weihnachten wollen sie dieses Jahr in Usuahia feiern, der südlichsten Stadt der Welt auf Feuerland. Dann geht es wieder stramm nach Norden, "und in Mexiko biegen wir rechts nach Florida ab", sagt Bernd Kleine mit Glanz in den Augen.

Natürlich wollen sich die beiden alle Mühe geben, sich unterwegs weder entführen noch ausrauben zu lassen. Denn gerade Südamerika ist für Abenteuerlustige nicht ganz ungefährlich. Ende der Reise ist Ostern 2013 in New York. Eigentlich wollten sie ganz Amerika durchqueren und bis nach Alaska fahren. Aber dafür reicht die Zeit nicht aus. Heidi Gleitz wird nach spätestens zwei Jahren in ihrem Job zurück erwartet. Sie arbeitet im Küllstedter Pflegeheim. Und auch der Chef von Bernd Kleine sähe ihn dann gern wieder bei Muschert und Gierse in Heiligenstadt.

Natalie Hünger / 17.01.11 / Thüringer Allgemeine